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Hände

Innerlich ruhig und doch zitterten mir die Hände – Warum?

Ich nahm am 17. Mai 2021 in Delitzsch am Spaziergang „Delitzsch steht auf“ teil. Ich zählte die teilnehmenden Menschen. Ich hörte bei der Zahl 100 auf zu zählen. Es ist schwierig spazierende Menschen zu zählen, wenn man selbst mit spaziert.

Ich sah mir bisher unbekannte Ecken in Delitzsch an. Ich unterhielt mich mit einem Mann. Er erzählte mir, dass er drei Kinder hat und sie nicht Fernsehen. Sie schauen höchstens mal einen Film. Wir unterhielten uns über das Thema Angst, wie sie entsteht und wie man mit ihr umgeht.

Wann zweifeln beginnt

Er erzählte, dass es kaum möglich ist Menschen in einem Gespräch zu überzeugen. Er meinte, dass man nur Impulse als Gedankenanstoß setzen könne. Gedankenanstoß. Zweifelnde Menschen gelangen durch diese Impulse ins Denken. Viele Menschen spüren die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen.

Erst durch die persönliche Betroffenheit beginnen Menschen zu zweifeln, die die Maßnahmen bisher für richtig hielten.

Er beschrieb seine Erfahrungen mit seiner elfjährigen Tochter. Es scheint ihm, dass Kinder zunehmend primitiv denken und handeln. Bekannte und Lehrer bestätigten seine Wahrnehmung.

Vielleicht wäre das Erwecken von Talenten und Interessen eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, sagte ich. Die Neugierde und das Abenteuer, welches Kinder haben, sei möglicherweise verloren gegangen.

Plan gegen die Angst

Ein weiteres Gespräch mit zwei Frauen beinhalteten Gedanken für die Zukunft und Ängste. Die eine Frau erzählte vom Frühstück und Essen mit Klappstühlen in der nähren Umgebung.

Ich kannte dieses amüsante Essen bisher nur von Videos aus dem Netz. Diese Idee strotzt vor Kreativität und Intelligenz und zeigt den Wunsch der Menschen, in Freiheit leben zu wollen.

Die andere Frau erzählte mir von der Partei die Basis. Einige Ziele wären den Bundestag zu verschlanken, die Lobbyarbeit und externe teure Berater durch eigene Fach-Experten zu ersetzen.

Da fiel mir ein Video von Boris Reitschuster ein. Er fragte auf einer Bundespressekonferenz nach den wissenschaftlichen Studien und Grundlagen der Cornona-Maßnahmen. Die Pressevertreter des Gesundheitsministeriums antworteten entweder mit Schweigen oder inhaltslosen Floskeln.

Als ich mir später die Satzung der Partei durchlas, fragte ich mich, warum die Partei von den Mainstreammedien so sehr kritisiert wird.

Die Frau hat Angst um ihre Kinder wegen der drohenden Impflicht für Kinder. Sie hat berufsbedingt einen Informationsvorsprung zu kommenden Gesetzen. Ihre Angst relativiert sich, weil sie einen Plan hat, wenn die Impflicht kommt.

Die Gespräche mit der Frau und dem Mann verbindet das Thema Angst. Und noch etwas verbindet. Angst entsteht meist in unseren Vorstellungen. Beide wissen über Angst Bescheid. Beide haben in konkreten Situationen ihre Pläne und Strategien mit Angst umzugehen.

Es bedeutet: Wenn ich weiß wie ich ein Problem löse, erscheint das Problem viel kleiner. Es ist wie bei einer großen Prüfung. Habe ich das Gefühl, die Prüfung zu bestehen, erscheinen mir die Aufgaben leichter, obwohl sie die gleichen sind.

Einen Plan zu besitzen ist gut. Ein Plan ist die Theorie. Doch wie schaut es in der Praxis aus?

Angst vor Kontrollen der Polizei?

Wir spazierten weiter und sahen die Polizei-Busse. Die Menschen vergrößerten fast instinktiv die Abstände. Die Menschen nahmen die Polizei wahr, friedlich und fast kommentarlos. Ich hörte keine Beleidigungen oder abwertende Worte. Ich war darüber positiv überrascht.

Als die Menschen den Markt erreichten, postierten sich die Polizisten auf dem Markt. Die meisten Menschen verließen den Markt. Es verblieben einigen Gruppen, die mit größeren Abständen und mit jeweils etwa zwei drei Personen dort standen.

Die Polizisten begannen mit ihren Kontrollen. Es kam keine Aufforderung den Markt wegen einer angeblichen Versammlung zu verlassen. Ich hörte eine Frau schreien: „Ich bin Krankenschwester.“

Mit mir beobachteten einige Menschen etwas abseits das Geschehen. Zwei junge von der Polizei entlassenen Frauen, äußerten ihre Ängste. „Jetzt verliere ich noch meinen Job.“ hörte ich. Und die andere Frau sagte, dass sie ein Bußgeld erhalten werde. Beides sind Zukunftsängste, die möglicherweise nicht eintreten werden.

Die Ängste sind in ihren Vorstellungen vorhanden. Ängste sind Vorstellungen über negative nachteilige Situationen, die eintreten können. Es sind negative Gedanken. Die meisten ängstlichen Vorstellungen treten nie ein.

Wissen hilft gegen das Gefühl der Angst

Ich versuchte, die Frauen damit zu beruhigen, dass sie gegen den Bußgeld-Bescheid Widerspruch einlegen können und gab ihnen noch weitere Informationen. Ich hatte den Eindruck, dass meine kurzen Infos ausreichten, um ihnen ein optimistisches Gefühl zu geben.

Das Wissen über das Lösen von Zukunftsängsten, verringert das Gefühl der Angst.

Ich schaute mir zu Hause das Video „Bußgeldbescheid! Was nun? Alle Schritte vom Anwalt erklärt“ von https://www.klagepaten.de/mediathek an. Ich sah wieder einen Passus der Einschüchterung durch die Regierungsverwaltung. Das Erkennen dieses Tricks beruhigte mich noch mehr.

Und Action

Und jetzt wird’s interessant, weil ich die folgende Tatsachen-Schilderung bei mir als Akten-Notiz vermerke. Akten-Notizen halfen mir schon mehrmals bei Streitigkeiten. Solche Akten-Notizen helfen in späteren Streitverfahren. Mein Rechtsanwalt erhält Material für seine Fragen in einem möglichen Verfahren.

Wir wollten gehen und auf einmal rauschte ein Polizeibus von rechts heran und versperrte mir und den anderen Spaziergängern den Weg. Die Polizisten kesselten uns ein. Uhrzeit 20.43 Uhr

Ein Polizist sagte, dass er jetzt unsere Personalien feststellen wird. Der Vorwurf lautet: Teilnahme an einer nicht angemeldeten Versammlung. Er sagte sinngemäß, dass seine Ausführungen für alle gelten. Ich dachte „Seit wann muss man Versammlungen anmelden? Eine Diskussion wird wohl nichts bringen. Muss so eine Vermutung nicht individuell ausgesprochen werden?“

Seine Äußerung, dass dies nur zehn Minuten dauern wird, deute ich mal als sein Interesse am pünktlichen Feierabend. 😉

Wenn Menschen mutig fragen

Ein Spaziergänger sagte, dass er den Ausweis des Polizisten sehen will, wenn er seinen zeigen muss. Der Polizist sagte, dass er und kein anderer Polizist seinen Ausweis zeigen müsse. Ob das wohl rechtens ist? Er stellte sich als Polizeikommissar Kästner aus Leipzig vor. Ich dachte „Hm, wohnt er in Leipzig oder meint er die Polizeidirektion Leipzig?“

Ich wartete ruhig und relativ gelassen bis ich an der Reihe war. Irgendwie staunte ich über meine Ruhe und das beunruhigte mich schon wieder. Ein komisches Gefühl. Ich stand locker fest auf dem Boden und stellte meine Beine schulterbreit auseinander. Diese Stellung produziert unbewusst ein Gefühl der Sicherheit.

Doch als ich meinen Ausweis der Polizistin gab, zitterte mir die Hand. Ich war innerlich ruhig und die Hand zitterte trotzdem. Ich dachte „Okay, irgendwas läuft da im Unterbewusstsein ab.“ Ich beruhigte mich dadurch, dass ich mein Zittern akzeptierte.

Das Prinzip der Achtsamkeit „Akzeptanz“: Akzeptiere was ist, wertneutral, interpretationslos machte mich gelassener. Schließlich erlebe ich diese Situation das erste Mal in meinem Leben. Und bei allen Dingen, die man das erste Mal erlebt, darf man nervös sein.

Ein Polizist fotografierte meinen Ausweis und eine Polizistin schrieb Notizen in ihr kleines Buch. Ich dachte „Die Polizei hat scheinbar kein Vertrauen in ihre Foto-Technik, dass sie die Personalien nochmals aufschreibt.“ Der Polizist übergab meinen und weitere Ausweise einem anderen Polizisten.

Einer der Spaziergänger fragte, was er da macht. Die Antwort lautete, dass die Personalien mit dem Fahndungscomputer abgeglichen werden. Ich dachte „Welcher gesuchte Verbrecher wird wohl so doof sein, nicht vorher abzuhauen und den Platz zu verlassen. Gelegenheit dazu hätte er gehabt.“ Irgendwie musste ich über meinen Gedanken lächeln. Ich spürte bei meinem Lächeln sofort mehr innere Ruhe und Sicherheit.

Lächeln setzt Glückshormone frei und stärkt das Immunsystem. Ein starkes Immunsystem stärkt das Selbstvertrauen.

Ich erhielt meinen Ausweis zurück. Ich steckte den Ausweis mit ruhiger Hand wieder ein. Als ich fertig war, lächelte ich wieder. Ich steckte meinen Ausweis an die falsche Stelle ein. Das überschüssige Adrenalin hatte sich wohl noch nicht vollständig abgebaut.

Was war wirklich geschehen?

Ich spazierte eine Stunde an der frischen Luft und unterhielt mich mit netten Leuten. Ich tauschte Gedanken und Meinungen mit interessanten Menschen aus. Ich lernte aus ihrem Leben dazu. Ich glaube, dass man zu Menschen Abstand halten sollte, die meinen spazieren gehen und unterhalten sei ein Gesetzesverstoß.

Wissen schützt vor Angst

Ich überprüfte zu Hause sachlich die Geschehnisse. Ich verstoß gegen keine Verordnung oder Gesetz. Die Vermutung der Polizei einer nicht angemeldeten Versammlung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich spazierte mit anderen Menschen.

Der Spaziergang endete auf dem Markt in Delitzsch. Und wenn sich Menschen nach einem Spaziergang noch unterhalten, ist wohl völlig normal. Was kennzeichnet überhaupt eine Versammlung? Ich sah keinen Redner, keinen Tisch, kein Pult, kein Mikrophon mit Lautsprecher, noch nicht einmal ein Megafon. Na gut, ich kann ja auch vermuten, dass die Polizei völlig daneben liegt.

Ich kann auch vermuten, dass mindestens ein Polizist die Maske als schädlich empfindet, weil seine Nasenlöcher zusehen waren. Vermutungen und Ängste sind reine geistige Vorstellungen. Ihnen fehlen Fakten und Beweise.

Ich schaute zu Hause ins Infektionsschutzgesetz.

Ich las im Infektionsschutzgesetz 28 b:
„(4) Versammlungen im Sinne des Artikels 8 des Grundgesetzes sowie Zusammenkünfte, die der Religionsausübung im Sinne des Artikels 4 des Grundgesetzes dienen, unterfallen nicht den Beschränkungen nach Absatz 1“ (Einschränkungen abhängig vom Inzidenzwert).

Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland steht im Artikel 8:
„ (1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.
(2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.“

Das Recht auf Versammlung ist also im Infektionsschutzgesetz nicht beschränkt.

In der aktuellen gültigen Corona-Verordnung Sachsen vom 04. Mai 2021 (§ 17 Versammlungen) fand ich auch keine Einschränkungen.

Macht ausüben durch Einschüchtern von Menschen

Wovor sollte ich Angst haben? Vor nichts! Ich empfand die Polizei-Aktion als Einschüchterung. Wahrscheinlich kennen die Polizisten die rechtlichen Dinge nicht.

Lebenserfahrung hilft Situationen zu beherrschen

Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass Staatsdiener von ihrem Dienstherren nur die Informationen erhalten, die sie zum Durchsetzen der Regierungsinteressen brauchen. Nur wenige Staatsdiener stehen ihrer Obrigkeit kritisch gegenüber. Sie haben Angst vor Kritik, Dienstaufsichtsbeschwerden und Nicht-Beförderung.

Sie glaube blind allen Informationen, Befehlen, Weisungen ihres Dienstherrn, so wie andere Menschen den öffentlichen Medien blind glauben. Sie stellen sich wahrscheinlich nicht die Fragen: „Wem nutzt das?“ Oder „Welche Interessen werden vertreten?“

Denke auch im Stress!

Angst erzeugt Stress. Stress verlangsamt Denk-Vorgänge. Je höher der Stress, desto langsamer wird das eigene Denken, bis es zum Stillstand kommt. Dann setzt die menschliche Bequemlichkeit vollends ein. Menschen lassen denken und handeln wie der Pawlowsche Hund.

Ich vermute, dass Menschen im Staatsdienst in gewisser Weise devote Charakterzüge besitzen. Sie wollen gesagt bekommen, was sie zu tun haben. Nichts existiert ohne sein Gegenteil. In ihrer Arbeit üben Sie dann ihre Macht aus. Vielleicht fehlt ihnen die Fähigkeit, ihr Handeln selbstkritisch zu hinterfragen.

Meine These

Wenn Polizisten und Spaziergänger aus unterschiedlichen Gründen Angst spüren, empfinden sie sich gegenseitig als Bedrohung. Bei diesem aufgestautem negativen Gefühl erscheint ein Dialog schwierig zu werden.

Ich bleibe neugierig

Ich bleibe neugierig. Verläuft alles im Sand der Bürokratie oder erhalte ich ein Schreiben? Was wird in dem Schreiben drin stehen? Was werde ich dann weiter dazulernen? Welche interessanten Menschen werde ich kennenlernen, wenn ich Hilfe benötige? Welche neuen Gedanken erhalte ich? Wie geht das Abenteuer Leben weiter?

Danke

Ich danke dem Leben zu dieser neuen Erfahrung. Ich danke mir für meinen Mut, meine Komfortzone verlassen zu haben. Entwicklung findet außerhalb der Komfortzone statt. Ich danke dem Erinnern an das Beruhigen durch Atem-Übungen, die ich in der Situation vergaß.

Ich hätte mich auch durch ein paar Kniebeugen oder Liegestütze beruhigen können. Was wäre passiert, wenn ich die Polizisten anschließend zum sportlichen Vergleich aufgefordert hätte?

Ich danke, dass mir die Prinzipien der Achtsamkeit halfen.